Ein verschwundener Zwerg stellt 115 Kinder beim Abenteuerdorf vor ein Rätsel. Glücklicherweise helfen ihnen die Prinzessin auf der Linse, der „geflipflopte Kater“ und das Schneeschippchen bei der Suche.
„Schneeschippchen und das Zwergenkomplott“ ist das Motto des 24. Abenteuerdorfs. Um dem gerecht zu werden, erheben die Betreuer die sieben Quellen kurzerhand zum königlichen Pool und ernennen die Wasserrutsche zur „königlichen“ Wasserrutsche.
Doch im Märchenwald ist nicht alles eitel Sonnenschein. Noch am gestrigen Morgen fand eine Anhörung in Anwesenheit des Königs statt. Einer der sieben Zwerge, der „kleinste und süßeste“ wie die achtjährige Anni findet, fehlt seit Montagabend. „Wir haben Musik gemacht, damit er zurückkommt, aber er ist einfach nicht gekommen“, sagt sie betrübt. Zusammen mit ihren Freundinnen Nele, Chiara, Mia und Carina hat sie Steckbriefe gemacht, die ihnen helfen sollen, ihn zu finden. Wer also glaubt, in seinem Vorgarten oder beim Einkaufen einen Zwerg gesehen zu haben, möge sich schnellstmöglich im Abenteuerdorf melden.
Doch nicht nur ein Zwerg, sondern auch der Zauberstab der bösen Fee und die goldene Kugel der Prinzessin auf der Linse fehlen; außerdem die Krone des Königs. Für das Verschwinden der vielen wertvollen Gegenstände macht die böse Fee die Zwerge verantwortlich, sie will, dass endlich die Wahrheit über diese „hinterlistigen“ Wesen ans Licht kommt. Als die Kinder ihr vorwerfen, sie hätte den siebten Zwerg weggezaubert, antwortet sie nur: „Ich würde nie ein anderes Fabelwesen wegzaubern, weil sonst ein Vakuum entstehen würde, das die ganze Zauberwelt zerstören könnte.“ In der Zwischenzeit hat der achtjährige Emil Leo die Krone des Königs im Gebüsch gefunden – sie ist aber leider nur eine Kopie, wie der „geflipflopte Kater“ bedauernd feststellt.
Fernab von dem Trubel um die verschwundenen Gegenstände sind Sakis, Ricarda, Fabian, Cedric, Noel, Marco und Noah mit dem Aufbau ihres Kiosks beschäftigt. Sie wollen später Süßigkeiten und die allseits beliebten Loom-Armbänder verkaufen. Einige Häuser weiter vermuten Anona, Sarah und Mara, dass die verschwundenen Gegenstände bei der heutigen Wanderung wieder auftauchen. Die drei Mädchen verkaufen selbst gemachte Loom-Armbänder und Fensterbilder und genießen ihre Zeit im Abenteuerdorf. Was sie am besten finden? „Man kann alles machen, was man will, solange man friedlich ist“, erzählt Anona.
Auch Emma sieht das so. „Abenteuerdorf macht höllisch Spaß, weil wir so tolle Häuser bauen können“, findet die Neunjährige. Zusammen mit ihren Freunden baut sie ein Abenteuerhaus in der Abenteuerstraße 149. Damit das auch möglichst detailgetreu aussieht, hat ihr Freund Noah einen Briefkasten, eine Wanduhr und einen Fußabstreifer von zu Hause mitgebracht. Doch nicht nur das Häuslebauen finden die Kinder toll, nein, auch die sieben Quellen und die Wasserrutsche lieben sie. Bei dem heißen Wetter kühlen die Kinder sich lieber dort ab, als an ihren Häusern zu arbeiten, erzählt Betreuerin Mize aka der „geflipflopte Kater“. Wobei die Abenteuerdörfler sich noch einig sind: Hansa macht das beste Essen! Merkwürdigerweise loben sie vor allem den „himmlischen“ Salat.
Eine weitere mysteriöse Angelegenheit ist das Lebkuchenhaus, das in der Mitte des Dorfs steht. Noch ist es verschlossen; noch hat sich keiner daran gewagt, es aufzubrechen. Ob die Kinder wohl dort den siebten Zwerg, die goldene Kugel der Prinzessin, die richtige Krone des Königs und den Zauberstab der bösen Fee finden werden? „Ich glaube, dass die goldene Kugel in die sieben Quellen gefallen ist“, vermutet Emil Leo, der früh am Morgen schon die gefälschte Krone gefunden hatte. Als der „geflipflopte Kater“ das hört, lacht er und meint, dass dann wohl ein Taucherteam in die sieben Quellen geschickt werden muss, um das herauszufinden. Vielleicht ist dort ja auch der siebte Zwerg? Aufpassen müssen die Kinder natürlich auch, sich nicht den Hammer auf den Finger zu hauen; um so etwas zu verhindern, sind die insgesamt 17 Betreuer im Einsatz.
Dennoch erfreut sich das vom Stadtjugendring veranstaltete Abenteuerdorf großer Nachfrage; die Kinder sind teilweise zum dritten, vierten oder gar fünften Mal da und können gar nicht genug davon kriegen.