Gruselspaß, Monsterlieder und Geisterjäger: Im Geislinger Abenteuerdorf lernen Jungen und Mädchen wie man sich wie ein richtiges Monster verhält.

„In Transsilvanien sah ich ein Plakat, drauf stand, dass der Graf Dracula zum Fest geladen hat. . .“ Solche Lieder wie die „Monsterparty“ singen die 108 Kinder im Geislinger Abenteuerdorf diese Woche zusammen mit ihren 14 Betreuern bei jeder Begrüßung im Morgenkreis. Zuerst üben alle ein kräftiges Monsterbrüllen, dann singen sie mit Gitarrenbegleitung weitere Lieder. Es ist erstaunlich: Zunächst blicken die Betreuer noch in müde Gesichter, doch wenn es endlich ans Bauen geht, springen alle Kinder auf und rennen mit neu gefundener Energie los zu ihren Häusle.

Beim Abenteuerdorf des Geislinger Stadtjugendrings lautet das Programm seit 25 Jahren: Häusle bauen, basteln und – bei guter Witterung – in die Siebenquellen springen oder die Wasserrutsche runterbrettern. Ein Motto gibt es immer. Dieses Jahr stehen die Jungen und Mädchen vor einer besonderen Aufgabe: Die Monsterwelt wird von den „Ghostbusters“, Geisterjägern, bedroht. Deshalb werden sie gebraucht: als Monster in Ausbildung, um die Monsterwelt zu retten. Dazu müssen sie mehrere Fertigkeiten erlernen: wie man sich richtig anschleicht, wie man jemanden erschreckt und wie man gruslig singt.

Um festzustellen, ob sie das Zeug zum richtigen Monster haben, müssen die Kinder bei einer Wanderung zeigen, was sie gelernt haben, und Tests bestehen: den Bisstest oder den Gruseltest beispielsweise. Am Freitag werden die Monster ausgezeichnet, die bestanden haben.

Achtjährige verwundert über Häuser im Abenteuerdorf

Die achtjährige Marlies, die ihr erstes Jahr im Abenteuerdorf verbringt, hat sich eigentlich vorgestellt, dass die Häuser mit Ziegelsteinen gebaut werden. Auch wenn dies nicht so ist, gefällt es ihr sehr, und vor allem das Essen schmeckt ihr. Für die 13-jährige Sarah ist es das letzte Mal, da sie nächstes Jahr zu alt für die Freizeit sein wird. Ihr wird das Abenteuerdorf fehlen, erzählt sie, vor allem die Siebenquellen und die Wasserrutsche.

Dass die Rutsche für die Kinder einer der Höhepunkte ist, findet auch Silas. Der Zehnjährige erklärt: „Da kann man sich so richtig schön dreckig machen.“ Am besten gefällt ihm, wie toll sich die Betreuer am ersten Tag für das Motto „Monsterparty“ verkleidet haben. Sein gleichaltriger Freund Noah mag die Kostüme ebenfalls. Statt auf der Wasserrutsche planscht er aber lieber in den Siebenquellen – vor allem, wenn „die Betreuer das Floß von Silas und mir kentern lassen und wir richtig nass werden“. Die beiden Jungs wollen später mal Auto- und Flugzeugtechniker werden und sind sich sicher, dass das Häuslebauen im Abenteuerdorf ihnen bei der Verwirklichung dieses Berufswunsches helfen wird.

Briefe schreiben

Die zehnjährige Mia ist schon zum dritten Mal dabei und mag neben dem Essen vor allem den Tee. Ihr gefällt es, dass man sich innerhalb des Abenteuerdorfs gegenseitig Post schicken kann, und sie verbringt gern ihre Zeit im Bastelzelt. Auch die schaurige Dekoration, die die Betreuer im Lager verteilt haben, mag sie.

Besonders toll sei das abwechslungsreiche Programm, erzählt die zehnjährige Lara, man mache jeden Tag etwas anderes. Die gleichaltrige Emma stimmt ihr zu: „Natürlich finde ich es ganz arg toll, dass wir hier unsere eigenen Häuser bauen können.“

Auf die Geburtstagsfeier am Samstag zum 25-jährigen Bestehen des Abenteuerdorfs freuen sich die Kinder schon. Oberbürgermeister Frank Dehmer sowie Kreis- und Gemeinderäte werden zu Gast sein. Los geht es um 13 Uhr, für die Gäste gibt es Gegrilltes und Getränke, und zur Unterhaltung präsentieren die Betreuer mit den Kindern Aktionen, Anekdoten aus den vergangenen 25 Jahren und eine Jubiläumsschrift.

Quelle: Geislinger Zeitung | ANGELINA NEUWIRTH | 03.08.2016