Spiele und Spaß für Kinder, Informationen für Eltern: Darum ging es am Dienstag beim Weltkindertag auf dem Festplatz „Unter den Linden“ in Altenstadt.

„Polizei, Polizei, Polizei!“ Das Ziel dieser Kindergruppe ist eindeutig: Ausgelassen kreischend stürmen die Jungen und Mädchen zu Jens Rügner und seinem Polizeifahrzeug auf dem Altenstädter Festplatz „Unter den Linden“. Glücksrad, Pfeil und Bogen oder gar der Popcornstand? In diesem Moment völlig egal.

„Ja, so ein Polizeiauto kommt immer toll an“, meint der Revierleiter grinsend. Der Weltkindertag soll ein besonderer Tag für alle Kinder sein, findet Rügner – weshalb sie nicht nur die Mütze des Geislinger Polizeichefs aufsetzen, sondern es sich auch auf dem Fahrersitz im Einsatzwagen gemütlich machen dürfen. Wenn sie sich denn trauen. Bei den Kindergartenkindern hilft es, wenn die Mama mit ins Auto steigt, „alle über zwölf Jahren finden das schon wieder uncool“, sagt Rügner.

Die Polizei ist einer von vielen Partnern, die sich am Weltkindertag in Geislingen beteiligen. Der Stadtjugendring organisiert den Aktionsnachmittag traditionell zusammen mit dem Stadtjugendreferat; Kindertageseinrichtungen, der Kinderschutzbund, das Mehrgenerationenhaus, Vereine und weitere Organisationen machen mit. Deren haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter bemalen Kindergesichter mit Blumen und Sternen, backen Waffeln, geben Kreide und Buntstifte zum Malen aus und verteilen Spielgeräte aus dem Spielmobil wie die Riesenversion von „Vier gewinnt“ und Bälle.

„Es geht nur darum, zu spielen und Freude zu haben“

Der Weltkindertag sei einer der wirklich wichtigen internationalen Gedenktage unter den vielen, die es mittlerweile gebe, sagt Elke Strohmaier, die Leiterin der Villa Kunterbunt in Eybach: „Schon Kinder müssen in unserer Gesellschaft viel leisten. Ein solcher Tag für sie ist wichtig, an dem es nur darum geht, zu spielen und Freude zu haben.“

„Spielen ist ein Kinderrecht und ureigenes Bedürfnis der Kinder“, betont Renate Neuwirth vom Kinderschutzbund: Darüber sei so viel möglich: Es entstünden Sozialkontakte, die Kinder seien in Bewegung und entwickelten sich weiter – „und Spielen macht glücklich und zufrieden“.

Oberbürgermeister Frank Dehmer bezieht sich in seinem Grußwort auf das diesjährige Motto des Weltkindertags „Kindern ein zu Hause geben“ und spricht über Kinder aus Flüchtlingsfamilien, aber auch über deutsche Familien, in denen es Armut gebe. „Es geht darum, dass Kinder sich zu Hause bei ihren Familien geborgen fühlen“, betont er. Daran müsse man auf der ganzen Welt, aber auch in Geislingen arbeiten.

„Man kann tendenziell nicht genug spielen“

Holger Schrag, der Vorsitzende des Stadtjugendrings, hofft am Nachmittag nicht nur auf viele spielebegeisterte Kinder, sondern auch darauf, dass ihre Eltern das vielfältige Betreuungs- und Informationsangebot für Familien in der Stadt wahrnehmen. „Man kann tendenziell nicht genug spielen“, sagt er. So manches Kind tue sich mit Freispielen heutzutage aber leider schwer. „Manche müssen das Spielen wirklich lernen: Wie sie sich mit anderen und der Umwelt beschäftigen. Das versuchen wir mit Aktionen wie dem Weltspieltag und dem Weltkindertag.“

Charlotte Müller-Aisenbrey findet dieses Angebot „ganz toll“. Mit ihrer achtjährigen Tochter Maira ist die Unterböhringerin direkt nach dem Schwimmunterricht zum Festplatz gekommen. „Es ist schön, was es alles an Spielmöglichkeiten gibt – und auch noch kostenlos“, sagt sie.

Maira ist derweil voll konzentriert auf ihr kunterbuntes Farbschleuderbild, das mit einem Spatel kunstvoll verschmiert wird und zum Schluss – natürlich – eine Prise Glitzer erhält. „Sehr hübsch“, lobt die Mama, und Maira lächelt zufrieden.